AxeOS ist das Betriebssystem und Web-Interface, das auf der Firmware aufbaut – also das Dashboard und die Steuerungsebene, mit der du direkt im Browser interagierst. Im Alltag nennen die meisten Leute das gesamte System einfach „AxeOS“.
AxeOS ist eine Open-Source-Firmware, die speziell für die Bitaxe-Miner-Familie entwickelt wurde. Sie läuft auf dem ESP32-S3-Chip mithilfe des ESP-IDF-Frameworks und startet einen lokalen Webserver über das eingebaute Wi‑Fi, sodass du einfach einen Browser öffnen, zu 192.168.xx.xx gehen und sofort Hashrate, ASIC-/Chiptemperatur (typischerweise 50–65 °C) sowie den Stratum-Verbindungsstatus sehen kannst. AxeOS benötigt keine externe PC-Software, keine mobilen Apps und keine Cloud-Konten. Sobald es konfiguriert ist, arbeitet ein Bitaxe-Miner eigenständig – du brauchst nur ein Gerät im selben Netzwerk mit einem Webbrowser.
1、Wie es läuft 🏃
Wenn man einen Bitaxe-Miner zum ersten Mal sieht, stellt sich oft die Frage: Was lässt diese kleine Box eigentlich arbeiten? Die Antwort ist die AxeOS-Firmware – das „Nervensystem“ des Geräts –, die dafür verantwortlich ist, die ASIC-Chips (BM1366 / BM1368 / BM1370 / BM1373 ) zu betreiben und SHA-256-Hashing auszuführen, während sie gleichzeitig Wi‑Fi-Kommunikation, Thermik/Lüfterstrategien und Pool-Protokoll-Handshakes koordiniert.
Die zugrundeliegende Codebasis heißt ESP-Miner und liegt auf github.com/bitaxeorg/ESP-Miner . ESP-Miner ist ein vollständiges Firmware-Paket, das alles abdeckt – von der Low-Level-ASIC-Kommunikation bis zur Vernetzung.
Unter der Haube durchläuft AxeOS nach dem Booten etwa diese Sequenz:
- 💪 Selbsttest beim Einschalten (POST): prüft, ob der ASIC korrekt antwortet, und liest die im NVS gespeicherte Pool-Konfiguration aus.
- ➡️ Wi‑Fi-Verbindung: bindet sich per WPA2 in das LAN ein und bezieht eine DHCP-Adresse; schlägt das fehl, fällt es in den AP-Modus zurück (Hotspot-SSID:
bitaxe), damit du die Erstkonfiguration vornehmen kannst. - 🔥 Stratum-Handshake: baut eine beständige TCP-Verbindung zum Pool auf und führt die Authentifizierung über
mining.subscribe+mining.authorizeab. - ⚠️ Job-Scheduling: Der ESP32-S3 leitet Jobs/Work vom Pool an den ASIC weiter, der kontinuierlich nach gültigen Nonces sucht – Leistung wird in GH/s oder TH/s angegeben.
- ➡️ Ergebnis-Reporting: wird ein Share gefunden, der die Ziel-Schwierigkeit erfüllt, wird er über das Stratum-V1-Protokoll zurückgemeldet – die Round-Trip-Latenz liegt meist deutlich unter 30 ms.
Die Laufzeitlogik folgt im Kern einer ereignisgesteuerten + Echtzeit-Task-Scheduling-Architektur. Der FreeRTOS-Kernel von ESP-IDF teilt die Ausführung auf mehrere parallele Tasks auf: Temperaturmessung (~alle 500 ms via NTC-Thermistor), Lüfter-PWM-Regelung, HTTP-Server-Task und Stratum-Client-Task. Das hält das Dashboard reaktionsschnell und live-aktualisiert, selbst wenn der Miner auf Volllast läuft.
2、AxeOS-Funktionen ❓
Wer sich die Funktionen von AxeOS ansieht, merkt: Das Ziel ist nicht nur „es läuft“, sondern die Steuerbarkeit eines Solo-Miners so weit wie praktisch möglich zu treiben. Von Hashrate-Tuning und Thermik-Strategien bis hin zu OTA-Updates – all das in ein leichtgewichtiges Embedded-System zu packen, ist beeindruckend fähig. Die Kernfunktionen lassen sich grob in drei Schichten gruppieren:
❄️ Performance- & Power-Tuning-Ebene — hier schrauben Enthusiasten am liebsten: Über das Dashboard kannst du die Arbeitsfrequenz des ASIC und die Kern-Spannung (VCORE) anpassen (z. B. beim Bitaxe GT oft um ~525 MHz / VCORE ~1,15 V herum; beide Parameter zusammen helfen, bei deiner Kühlung den Sweet Spot für Stabilität zu finden). Offizielle Defaults zielen oft auf ~625 MHz; Community-Berichte sagen, dass – solange der Chip unter ~70 °C bleibt – ein vorsichtiges Überclocken spürbare Gewinne bringen kann, oft werden etwa +8 % in bestimmten Setups zitiert (Ergebnisse variieren).
- 🔥 Frequenz & Spannung unabhängig einstellbar: Werte im Web-UI ändern und anwenden, oft ohne kompletten Neustart-Zyklus (hängt von der Einstellung ab).
- 💪 Lüfter-PWM-Automatik: regelt 0–100 % dynamisch basierend auf der Chiptemperatur; du kannst auch einen manuellen Duty-Cycle % fixieren.
- ➡️ Übertemperatur-Schutzschwelle: konfigurierbares Limit (oft Default etwa 60–70 °C); löst bei Überschreitung Schutzmaßnahmen/Drosselung aus.
- ❓ Hashrate-Autowiederherstellung: reißt die Stratum-Verbindung ab, versucht die Firmware es automatisch mit exponentiellem Backoff neu (oft ab ~5 s, bis etwa ~60 s), um wieder zu verbinden.
🏃 OTA-Updates (Over-The-Air) sind ein echter Stresskiller: Du musst das Gehäuse nicht öffnen und kein USB/UART fummeln. In den Einstellungen des Dashboards kannst du eine .bin-Datei hochladen oder direkt eine GitHub Release Asset URL eintragen und ziehen. Updates dauern typisch ~30–45 Sekunden; der bootloader-basierte Fallback hilft, ein „Bricken“ zu vermeiden. Mit AxeOS v2.x (2024) kam zudem LVGL-Grafikunterstützung für Geräte mit lokaler OLED/LCD (z. B. Bitaxe Supra).
Hinweis: Die AxeOS-REST-API-Endpunkte (wie GET /api/system/info, PATCH /api/system) sind unverschlüsselt und für den reinen LAN-Zugriff gedacht. Wenn dein Heimnetzwerk den Miner-IP nach außen freilegt, solltest du routerseitige ACLs/Firewall-Regeln setzen, um unbefugtes Manipulieren zu verhindern.
3、Zugriff auf das AxeOS-Dashboard 🔥
Das häufigste „erste Hindernis“ ist schlicht: „Ich finde die IP nicht.“ Keine Sorge – sobald man den Ablauf kennt, geht’s schnell. Vom Einschalten bis zum Dashboard kannst du – wenn man den Weg einmal weiß – gut unter 3 Minuten bleiben.
Voraussetzung: Dein Bitaxe GT und dein PC/Handy müssen sich im selben LAN befinden. Die Firmware kündigt sich per mDNS mit dem Standard-Hostnamen bitaxe.local an, was auf macOS/Linux meist nativ funktioniert. Windows-Nutzer brauchen ggf. den Apple Bonjour-Dienst oder lesen die IP einfach in der DHCP-Client-Liste des Routers ab.
- ➡️ Erstkonfiguration (AP-Modus): Hat der Miner noch kein Wi‑Fi, legt er einen offenen Hotspot namens bitaxe an. Verbinde dich damit, rufe
192.168.88.195auf, trage SSID/Passwort deines Heim-Wi‑Fis ein, speichere und starte neu. - 🔥 Zugriff im Normalbetrieb: Nach dem Neustart meldet sich der Miner im Netz; finde die vergebene IP (Router-Admin-Seite oder Scanner wie Fing auf iOS/Android) und öffne sie im Browser, z. B.
192.168.x.x. - 💪 mDNS-Kurzwahl: Wo mDNS aufgelöst wird, einfach
http://bitaxe.localin die Adresszeile tippen – keine IP-Jagd nötig. - ❓ Wenn es nicht lädt: Prüfe das Band – der ESP32-S3 am Bitaxe GT nutzt 2,4 GHz; er kann sich nicht mit einem reinen 5-GHz-SSID verbinden.
Der HTTP-Server des Dashboards lauscht auf Port 80, realisiert mit der leichtgewichtigen esp_http_server-Komponente, und unterstützt meist bis zu einigen gleichzeitigen Verbindungen (oft ≤ 4). Das bedeutet: Du kannst es gleichzeitig auf Handy und Laptop offen haben und siehst synchronisierte Live-Daten.
⚠️ Wichtig: Das Dashboard hat standardmäßig kein Login-Passwort – jedes Gerät im selben LAN kann Einstellungen einsehen und ändern. In geteilten Netzen (Büro, WG/Wohnheim-WLAN usw.) sollte der empfohlene Hardening-Schritt sein, den Zugriff auf die Miner-IP per Router-Firewall/ACL einzuschränken.
4、➡️ Dashboard-Übersicht
Wenn sich das AxeOS-Dashboard öffnet, wirst du nicht mit chaotischen Diagrammen erschlagen. Es ist ein säuberliches, einseitiges Echtzeit-Panel: Die Kennzahlen liegen klar, aktualisieren sich alle paar Sekunden und – zugegeben – macht es fast Spaß, dem Ding beim Arbeiten zuzusehen.
Der Hauptbildschirm ist meist in vier Bereiche gegliedert:
| Bereich | Anzeigen | Typische Bereiche |
|---|---|---|
| Hashrate-Panel | Live-Hashrate / 5-Min-Schnitt / Trend-Sparkline | 2400+ GH/s (BM1370, nominelle Bedingungen) |
| Temperatur-Panel | ASIC-Dietemp / Umgebungstemp / Lüfter-RPM | ASIC 50–70 °C; Lüfter 1500–4500 RPM |
| Pool-Status | Pool-Verbindung / akzeptierte Shares / Ablehnungsrate | Gesunde Ablehnung meist <2 % |
| System-Info | Uptime / Firmware-Version / IP / MAC | Kann 720 h (30 Tage)+ ohne Neustart laufen |

Wenn du auf dem AxeOS-Steuerpanel gelandet bist, bedeuten die wichtigsten Metriken üblicherweise:
- Hashrate: aktuelle Mining-Leistung, meist in TH/s (Billionen Hashes pro Sekunde).
- Effizienz (J/TH): Energieeffizienz – wie viele Joule pro Terahash verbraucht werden.
- Fehler % (oder Varianz): Abweichung zwischen beobachteter Hashrate und erwarteter Nenn-Hashrate, in Prozent.
- Temp (Chip): gemessene Temperatur des ASIC-Chips in °C.
- VR-Temp: Temperatur an/um die Spannungsregler.
- Power (W): elektrische Gesamt-Leistungsaufnahme in Watt.
- Input Voltage (mV): Versorgungsspannung, die aufs Board gelangt.
- Core Voltage / VCORE (mV): tatsächlich an den ASIC-Core angelegte Spannung.
- Fan Speed (RPM / %): aktuelle Lüfterdrehzahl als RPM und/oder Duty-Cycle %.
- Accepted Shares: Anzahl gültiger, vom Pool bestätigter Share-Abgaben.
- Rejected Shares / Rejected Jobs: vom Pool abgelehnte Abgaben (veraltet, ungültig oder Schwierigkeits-Mismatch).
- Best Difficulty / Best Share: höchste Schwierigkeit des aktuellen Sessions-Laufs – die Zahl, die man am liebsten screenshotet.
- Block Height: aktuellste Bitcoin-Blockhöhe, wie sie der Pool meldet.
- Pool Difficulty: vom Pool aktuell für deinen Worker vorgegebene Ziel-Schwierigkeit.
- Response Time / Latenz: Round-Trip-Zeit für Share-Abgabe an den Pool, in Millisekunden.
- Uptime: wie lange der Bitaxe seit dem letzten Neustart läuft.
- Hashrate-Chart: meist ein rollendes Fenster (bis ca. 1 Stunde Samples; Intervall/Granularität versionsabhängig, oft wenige Sekunden Update-Takt).
Auf der Einstellungen-Seite liegen die Stellschrauben: Pool-Endpoint (Stratum+TCP oder Stratum+SSL), Frequenz, VCORE, Lüftermodus (Auto/Manuell) und der OTA-Update-Einstieg. Nach Änderungen auf Speichern & Neustarten klicken – der Miner bootet meist in ca. 8 Sekunden neu und setzt das Mining kurz darauf fort, sodass die Hashrate-Unterbrechung klein bleibt.
Das Hashrate-Diagramm zeigt standardmäßig oft die letzten 10 Minuten (Sample-Intervall etwa 10 s). Ereignisse wie ein Stratum-Reconnect fallen dann oft als kurzes Nullen/Abrutschen optisch auf. Beachte auch das Feld Best Share: Es zählt die bisher höchste Schwierigkeit dieser Session – je größer die Zahl, desto „härter“ war dein Nonce-Treffer, und es ist eine der meistgeposteten Statistiken in der Community.
Architektonisch ist das Dashboard-Frontend klassisches HTML + JavaScript; statische Assets liegen in einer SPIFFS-Partition (Großenordnung ~200 KB). Live-Daten kommen per REST-Polling statt via dauerhaftem WebSocket – das hält den Speicherdruck niedrig: Der ESP32-S3 hat etwa 512 KB nutzbares SRAM, und die AxeOS-Heap-Nutzung unter Last liegt oft im Bereich 60–80 KB, was Reserven für Stabilität lässt.